01.03.2017

Das libertäre Prinzip der Sezession - Lew Rockwell

Der Gedanke an die Sezession wurde in der amerikanischen Öffentlichkeit anderthalb Jahrhunderte lang dämonisiert. Die staatlichen Schulen verbreiten Märchengeschichten über die “unteilbare Union” und die weisen Staatsmänner, die sie erschafften. Dezentralisierung wird als unkultiviert und rückwärtsgewandt bezeichnet, während Nationalismus und Zentralisierung als fortschrittlich und unvermeidbar dargestellt werden. Wenn eine kleinere politische Einheit sich von einer größeren lösen möchte – falls man dem überhaupt Beachtung schenkt -, müssen ihre Beweggründe nieder und unlauter sein, wohingegen die Beweggründe der Zentralmacht, welche die Einheit gegen deren Wunsch zu erhalten sucht, als selbstlos und patriotisch bezeichnet werden.

Desinformationskampagnen zielen, wie so oft, darauf ab, möglicherweise freiheitsfördernde Ideen giftig und gefährlich erscheinen zu lassen und vermitteln den Eindruck, dass alle, die Anerkennung und Popularität wünschen, das vom Regime verurteilte Thema – in diesem Fall Sezession – besser meiden sollten. Lassen wir aber die Propaganda einmal beiseite, erkennen wir, dass das Befürworten der Sezession nichts anderes bedeutet, als dass es unrechtmäßig ist, staatliche Gewalt gegen jene Menschen anzuwenden, die sich anders Gruppieren möchten, als es das bestehende Regime wünscht. Diese Menschen ziehen es eben vor, unter einem anderen Rechtssystem zu leben. Für Libertäre ist es nicht akzeptabel, deswegen gegen jemanden Gewalt anzuwenden.