30.09.2015

Warum libertär sein?

Warum sollte man überhaupt libertär sein? Was steckt hinter dem Ganzen? Wie kommt man dazu, sich ein Leben lang für das Prinzip und das Ziel individueller Freiheit einzusetzen? Bedeutet so ein Einsatz, in unserer weitestgehend unfreien Welt, nicht notwendigerweise radikalen Widerspruch zur und Entfremdung von der herrschenden Meinung – eine Entfremdung, die ebenso notwendigerweise Opfer materieller und ideeller Art erfordert? Wenn das Leben kurz ist, und der Sieg in weiter Ferne, warum tut man sich das alles an?

Erstaunlicherweise findet man unter der wachsenden Zahl Libertärer in diesem Land viele Menschen, die aus einer sehr begrenzten und persönlichen Sichtweise heraus zu einer libertären Haltung gelangt sind. Viele von Ihnen erliegen der Freiheit als einem intellektuellen Gedankenkonstrukt, oder einem ästhetischen Zweck. Sie bleibt dabei jedoch eine rein intellektuelle Spielwiese, völlig losgelöst vom alltäglichen, „wirklichen“ Leben. Andere machen sich die libertäre Haltung einzig aus persönlichem Profitstreben zu Eigen. Weil sie erkennen, dass ein freier Markt fähigen und unabhängigen Individuen größere und vielfältigere unternehmerische Gewinnchancen einräumt. Sie werden und bleiben libertär, lediglich um ihre persönlichen Profitmöglichkeiten zu erweitern. Obwohl es stimmt, dass die Profitmöglichkeiten auf freien Märkten und in einer freien Gesellschaft sehr viel größer und vielfältiger sein würden, ist es doch absurd, diesen Aspekt als den entscheidenden Grund herauszustellen, eine libertäre Gesinnung anzunehmen. Denn auf dem oft steinigen und beschwerlichen Weg zur Freiheit sind die Gewinnchancen des Libertären sehr viel öfter eher schlecht als recht.