04.08.2015

Öko-Schwindel - Roland Baader

Eine in der Neuzeit besonders häufig auftretende Abart des homo sapiens ist die der „Gutmenschen“. Dabei handelt es sich um Leute, die – frei nach der Weisheit „Das Gegenteil von gut ist gut gemeint“ – meistens noch gefährlicher für das friedliche Zusammenleben der Menschen sind das erklärte Bösewichte. Wie es sich für Gutmenschen gehört, haben sie eine Religion gegründet; eine neue natürlich. Denn seit das Christentum außer Mode gekommen ist – und damit auch das Ziel von der Errettung der Seelen, beschäftigen sich die Neureligiösen mit der Rettung der Frösche und Lurche, der Rettung der Bäume und Bäche, der Rettung der Luft und des Bodens, kurz: mit der Rettung der Natur vor dem Menschen. Dieses Ziel ist höchst ehrenwert und es wäre sogar ein begrüßenswertes Ziel, wenn es „Hand und Fuß“ – das heißt eine auch nur halbwegs vernünftige, realistische, wissenschaftlich belegbare, glaubwürdige, oder wenigstens wahrscheinlichkeitstheoretisch erwägbare Grundlage hätte und – noch wichtiger: wenn die Wahl der Mittel zum Ziel (sei das Ziel nun tatsächlich wichtig oder nicht) wenigstens den gewünschten Ergebnissen entsprechen würde.

Was ist „Globalisierung“? - Roland Baader

Globalisierung bedeutet im Grunde: Mehr Marktwirtschaft in der Welt. Während um das Jahr 1988 nur 20 bis maximal 25% der Weltbevölkerung in Marktwirtschaften lebten (genauer: in einigermaßen marktwirtschaftlichen Ordnungen), waren es 1998 – also nur ein Jahrzehnt später – mindestens 75%. Die Aussage „mehr Marktwirtschaft in der Welt“ bezieht sich dabei nicht auf die westlichen Industrienationen, sondern fast ausschließlich auf die bisher totalitär beherrschten und sozialistisch organisierten Länder. Dass diese Länder – unter vielen anderen auch China und Russland – überhaupt marktwirtschaftliche Elemente oder aber mehr Markt zugelassen haben, bedeutet – vom absoluten Volumen der Handels- und Investitionsströme her gesehen – zwar auch insofern „mehr Markt“ für die westlichen Industrienationen, als diese in einen vermehrten Güteraustausch mit vorher geschlossenen Volkswirtschaften des Ostens und Asiens eintreten konnten, aber relativ – im Inneren der Westländer – dürfte der Anteil des freien Marktes gegenüber dem staatlich regulierten Teil kaum größer geworden sein sondern stagniert auf einem erbärmlich niedrigen Niveau.