07.02.2017

Der Mythos “öffentlichen” Eigentums - Murray Rothbard

Wir alle haben schon mal von “öffentlichem” Eigentum gehört. In der Tat wird immer, wenn sich etwas in Staatseigentum befindet oder der Staat eine Unternehmung betreibt, dies als “in öffentlichem Eigentum befindlich” bezeichnet. Wenn natürliche Ressourcen an private Unternehmen verkauft oder vergeben werden, erfahren wir, dass “öffentliches Eigentum” an schnöde Privatinteressen “weggegeben” wurde. Die Schlussfolgerung daraus lautet, dass, wenn der Staat etwas besitzt, “wir” – alle Mitglieder der Gesellschaft – dies zu gleichen Teilen besitzen. Welch einen Kontrast dieser Einschluss aller doch zu den kleinlichen Partikularinteressen des “privaten” Besitzes darstellt.

Wir haben gesehen, dass - weil in einem sozialistischen Wirtschaftssystem keine Kostenrechnung möglich ist – ein eingefleischter Sozialist bereit sein muss, das Verschwinden eines großen Teils der Weltbevölkerung in Kauf zu nehmen, während den Überlebenden nur primitive Subsistenzwirtschaft bleibt. Und trotzdem mag jemand, der den Staat mit öffentlichem Eigentum identifiziert, damit zufrieden sein, das Ausmaß staatlichen Besitzes zu erhöhen, und den Verlust an Effizienz und gesellschaftlichem Nutzen, der sich daraus ergibt, in Kauf zu nehmen.

31.01.2017

Kann Anarcho-Kapitalismus funktionieren? - Lew Rockwell

Der Begriff „Anarcho-Kapitalismus“ hat, so kann man das sagen, etwas Interessantes an sich. Aber auch wenn der Begriff selbst Neulinge aufschreckt, sind die Ideen, die er verkörpert, fesselnd und anziehend und repräsentieren den Höhepunkt einer langen Gedankenentwicklung.

Wenn ich diesen Begriff auf ein paar Einsichten reduzieren müsste, wären es folgende: (1) Jedes menschliche Wesen, um John Lockes Worte zu verwenden, hat „ein Eigentum an seiner eigenen Person“; (2) es muss einen einzigen moralischen Kodex für alle Menschen geben, sei dieser vom Staat gestellt oder nicht; und (3) die Gesellschaft kann sich selbst ohne ein zentrales Kommando aufrecht erhalten.

Vom ursprünglichen Eigentum, das man in Form seiner eigenen Person genießt, kann man die Rechte des Individuums ableiten, einschließlich der Eigentumsrechte. Führt man diesen Gedanken bis zum korrekten Fazit Rothbards fort, setzt diese Einsicht den Staat außer Kraft, da der Staat auf einer Basis der systematischen Verletzung der Rechte des Individuums funktioniert und überlebt. Wäre dies nicht der Fall, würde es sich nicht länger um einen Staat handeln.

27.08.2016

Murray Rothbard über die Wehrpflicht

„Jeder Jugendliche wird gezwungen, sich mustern zu lassen, wenn er 18 Jahre alt wird. Er ist gezwungen, seinen Wehrpass ständig bei sich zu tragen [Anmerkung: Rothbard bezieht sich auf die USA], und wenn es die Regierung für passend hält, wird er von den Behörden 'gezogen' und 'zum Bund' geschickt. Hier sind sein Körper und sein Wille nicht länger sein, er ist Empfänger von Befehlen des Staates. Er kann gezwungen werden zu töten und das eigene Leben aufs Spiel zu setzen, wenn es befohlen wird. Was soll ein Dienstzwang sein wenn nicht eine Einberufung?
[...]
Wenn Sie und ich und unser nächste Nachbar denken, dass wir Verteidigung brauchen, haben wir trotzdem kein moralisches Recht, Zwang auszuüben, etwa mit dem Bajonett oder dem Revolver, um jemand anderen zu zwingen, uns zu verteidigen. Die Wehrpflicht ist genauso ein nicht zu rechtfertigender Eingriff, eine Entführung oder sogar ein Mord, wie der unterstellte Angriff, gegen den wir uns ursprünglich verteidigen wollten.“

Murray Rothbard,
Für eine neue Freiheit, Band 2: Soziale Funktionen