31.05.2016

Wahlprogramm LILIEN 2016 - Freiheit statt Zwang



1. Weg mit diesem Semesterticket

Wir lehnen das bestehende Semesterticket weiterhin ab, da das Basisticket auf Zwang basiert und für den Besuch der Universität vollkommen unbrauchbar ist. Weder das Studentenwerk, noch die Stuve, weiß besser als du selbst, welche(s) Fortbewegungs- mittel du nutzen möchtest. Das Studentenwerk hat den Vertrag ohne erneute Abstimmung um ein weiteres Jahr verlängert:
Hat man etwa Angst, dass die Studenten dieses Mal ablehnen könnten, nachdem sie das überteuerte und ungerechte Modell keineswegs überzeugt hat?
In den kommenden Semestern werden die Kosten wieder enorm steigen, die Zukaufquote wurde nicht erreicht und mehr als 20 % der Studenten haben das Basisticket – obwohl sie es bezahlen mussten – kein einziges Mal genutzt!

Wir sagen klar: Das Modell ist kläglich gescheitert, so kann das nicht weitergehen! Nein zu diesem Semesterticket!

2. Nein zum Genderwahn und Quoten

Als Libertäre sehen wir Menschen nicht als Mitglieder von Gruppen, sondern als Individuen. Deswegen lehnen wir jegliche Ungleichbehandlung der Universität aufgrund der Zugehörigkeit zu Gruppen (bspw. Geschlecht, sexuelle Orientierung, Hautfarbe) ab. Darum sind wir prinzipiell gegen Quoten und fordern sowohl die Öffnung der Frauenbeauftragten für alle Geschlechter, als auch die Abschaffung des Büros für „Gender und Diversity“. Des Weiteren lehnen wir jegliche Vorschriften zur Verwendung „gendergerechter Sprache“ ab.

3. Nein zur Politisierung der Stuve:

Die „Studierendenvertretung“ erhält durch die Wahl ein Mandat, die Interessen der studentischen Wähler an der Universität zu vertreten. Somit hat sich die Stuve nicht zu allgemeinpolitischen Themen zu äußern. Es ist nicht die Aufgabe der Stuve zu Demonstrationen für oder gegen etwas aufzurufen, es heißt ja nicht umsonst  „Hochschulwahlen“. Die Stuve hat sich auf ihren Kernbereich zu beschränken, welcher die Vermittlung zwischen Studenten und Universität und das Umsetzen studentischer Interessen ist.

4. Verteidigung der Meinungsfreiheit:

Das Recht seine Meinung frei äußern zu dürfen ist für uns fundamental. Darum lehnen wir jegliche Einschränkung dieses Rechts ab, seien die Motive noch so edel. Gerade an einer Universität muss es unterschiedliche Meinungen geben dürfen und Diskussionen zwischen allen denkbaren Weltanschauungen erlaubt sein.

5. 113€ pro Semester sparen:

Erst kürzlich ist die finanzielle Belastung von Studenten durch die Abschaffung der Studiengebühren glücklicherweise deutlich gesunken. Die Kosten sind in letzter Zeit aufgrund von Zwangsbeiträgen (Studentenwerksbeitrag, Sockelticket) merklich angestiegen. Nicht jeder hat das Glück in eine wohlhabende Familie geboren zu sein oder nebenbei arbeiten zu können. Darum stellen diese Zwangsgebühren eine soziale Ungleichheit dar, die gerade die Ärmeren am stärksten trifft und die soziale Mobilität einschränkt. Dies sehen wir äußerst kritisch. 
Mit der Abschaffung aller Zwangsgebühren könnte die finanzielle Belastung um bis zu 113 € pro Semester gesenkt werden. 

6. Nein zur Theaterflat:

Als ob die Belastung nicht ohnehin schon viel zu hoch ist, soll es in naher Zukunft eine weitere Zwangsgebühr geben: Durch die Einführung einer „Theaterflat“ (auch „Kulturticket“ genannt) sollen Studenten in bestimmten Einrichtungen Theateraufführungen kostenfrei ansehen können. Diesen Spaß einiger weniger dürfen alle Studenten mit einem Zwangsbeitrag von bis zu 5 € pro Semester finanzieren. 

Dieser Irrsinn muss gestoppt werden! Nein zur Theaterflat!



Ihr habt noch Fragen an uns?
Dann kontaktiert uns einfach:
lilien@mailbox.org

13.05.2016

Libertarismus und Utopie - Murray Rothbard

„Obwohl es für den Libertären lebenswichtig ist, sein letztes und »extremes« Ideal hochzuhalten, macht es ihn nicht, wie Hayek glaubt, zum »Utopisten«. Der wirkliche Utopist ist einer, der ein System fordert, das dem natürlichen Recht der menschlichen Wesen und der realen Welt entgegengesetzt ist. Ein utopisches System ist eines, das nicht einmal dann funktionieren könnte, wenn alle Leute dazu überredet worden wären, zu versuchen, es in Praxis umzusetzen. Das utopische System ist nicht lebensfähig, d.h. es kann sich nicht selbst erhalten. Das utopische Ziel der Linken, der Kommunismus, also die Abschaffung der Spezialisierung und die Durchsetzung der Gleichartigkeit, kann auch dann nicht erreicht werden, wenn alle es sich sofort zu eigen machen würden. [...]

Im tiefsten Sinn ist die libertäre Doktrin nicht utopisch, sondern außerordentlich realistisch, weil sie eine Theorie ist, die wirklich mit der Natur des Menschen und der Welt übereinstimmt. Der Libertäre leugnet nicht die Verschiedenheit und Vielfalt der Menschen, er schätzt sie hoch und versucht, dieser Vielfalt in einer Welt der Freiheit zu ihrem vollen Ausdruck zu verhelfen. [...]

Der Libertäre ist auch deshalb realistisch, weil er allein vollständig das Wesen des Staates und seines Strebens nach Macht versteht. Im Gegensatz dazu ist es der scheinbar viel »realistischere« Konservative, der an einen »begrenzten Staat« glaubt, der ein wirklich unpraktischer Utopist ist. Dieser Konservative wiederholt immer die Litanei, dass der Zentralstaat ganz strikt durch eine Verfassung beschränkt werden müsse. Obwohl er gleichzeitig über den Verfall der ursprünglichen Verfassung und die Ausweitung der Unionsmacht seit 1789 schimpft, schafft es der Konservative nicht, die richtige Lehre aus diesem Verfall zu ziehen. Die Idee eines strikt beschränkten Verfassungsstaates war ein ehrenwertes Experiment, das fehlgeschlagen ist, sogar unter den günstigsten und vorteilhaftesten Umständen. Wenn es damals schiefgegangen ist, warum sollte heute ein ähnliches Experiment gelingen? Nein, der konservative Anhänger des laissez-faire, der Mensch, der dem Zentralstaat alle Waffen und alle Entscheidungsgewalt in die Hände gibt und dann sagt »Beschränke dich selber«, das ist der wirklich unpraktische Utopist.“

Murray Rothbard,
Für eine neue Freiheit: Band 1: Staat und Krieg

15.04.2016

Ankündigung: Bessere Bildung für alle ohne Staat - Vortrag von Tomasz Froelich

Tomasz M. Froelich, u.a. Chefredakteur bei Freitum und Autor bei eigentümlich frei, wird am Freitag, den 29. April 2016 sein Buch „Bildungsvielfalt statt Bildungseinfalt: Bessere Bildung für alle ohne Staat“ an der WiSo, Raum 0.143, in Nürnberg vorstellen.

In seinem Vortrag wird er sich damit beschäftigen, wie Bildungssysteme ohne den Staat funktionieren können, höhere Bildungschancen bieten und erschwinglich für alle wären.

Im Anschluss gibt es eine Diskussionsrunde über die Vor- und Nachteile eines entstaatlichten Bildungswesens.

Der Eintritt ist frei, über eine Spende für unsere Hochschulgruppe würden wir uns freuen.

Das Buch kann hier erworben werden.

Es gibt auch eine Facebook-Veranstaltung, die hier zu finden ist.

31.01.2016

Geschichten aus dem Spätetatismus: Die AfD und der "Schießbefehl"

Links: Peter Fechter, erschossen durch DDR-Grenzsoldaten,17. August 1962 | Rechts: Frauke Petry, will sie linkes Bild wieder haben?
Gerade macht in allen Mainstream-Medien die Meldung, dass sich Frauke Petry (Bundessprecherin AfD) für den Schusswaffengebrauch „gegen Flüchtlinge“ aussprechen bzw. einen „Schießbefehl“ an der deutschen Grenze fordern würde, die Runde. Dies habe sie in einem Interview mit dem Mannheimer Morgen geäußert. Hat sie das wirklich? Schauen wir uns doch mal an, was sie im Kontext sagt:

25.01.2016

Murray Rothbard über die Grundlinien libertärer Außenpolitik

Es gibt noch eine These, die den Amerikanern und sogar einigen Libertären geläufig ist und sie daran hindern könnte, die Analyse dieses Kapitels aufzunehmen: der von Woodrow Wilson verkündete Mythos, daß Demokratien notwendigerweise friedliebend sind, während Diktaturen notwendigerweise kriegstreiberisch sind. Diese These ist natürlich sehr bequem dafür, Wilsons eigene Schuld an der Verwicklung Amerikas in einen nutzlosen und monströsen Krieg zu verdecken. Aber daneben gibt es keine Beweise für diese Behauptung. Die Beispiele dafür reichen vom vormodernen Japan bis zum kommunistischen Albanien und zu zahllosen Diktaturen in der Dritten Welt. Idi Amin in Uganda, der vielleicht brutalste und machtgierigste Diktator in der heutigen Welt, zeigt keine Anzeichen dafür, daß er sein Regime aufs Spiel setzt, indem er Nachbarländer überfällt. Auf der anderen Seite dehnte eine unzweifelhafte Demokratie wie Großbritannien ihren Imperialismus während des 18. und 19. Jahrhunderts über die ganze Welt aus.